Verschuldung: Ein Jugendlicher ist besonders gefährdet

Kurz und Knapp: Das Wichtigste zur „Verschuldung Jugendlicher“

  1. Die Verschuldung Jugendlicher ist leicht rückläufig.
  2. Die Verschuldung bei Jugendlichen liegt in ihrem Konsumverhalten begründet. Sie geben mehr Geld (vor allem für Technik) aus, als sie haben.
  3. Um die vorhandenen Schulden zu tilgen, nehmen sie häufig neue auf. Dadurch landen Jugendliche in der Schuldenfalle, aus der sie sich meist nicht aus eigener Kraft befreien können.
  4. Können junge Erwachsene ihre Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen, finden sie professionelle Hilfe bei der Schuldnerberatung. Hier werden ihnen Wege aufgezeigt, wie sie die Schulden schließlich abbauen können.

Die Verschuldung Jugendlicher nimmt leicht ab

Jugend und Schulden gehören scheinbar zusammen, denn junge Erwachsene sind besonders häufig von Überschuldung bedroht.
Jugend und Schulden gehören scheinbar zusammen, denn junge Erwachsene sind besonders häufig von Überschuldung bedroht.

Der Schuldenatlas von 2017 verzeichnet, dass 14,06 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 30 Jahren überschuldet waren. Das sind 1,66 Millionen Personen. Von einer Überschuldung wird gesprochen, wenn die Einnahmen und das vorhandene Vermögen nicht ausreichen, um die fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Die neuen Werte belegen zwar, dass die Zahl der Jugendverschuldung im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen hat (0,45 Prozentpunkte), dennoch sind Schulden bei Jugendlichen nach wie vor ein großes Problem. Das Risiko einer Verschuldung Jugendlicher ist besonders groß, lediglich die Gruppe der über 70-Jährigen ist noch gefährdeter sich zu überschulden.

Warum verschulden sich Jugendliche und junge Leute?

Die Verschuldung Jugendlicher ist in erster Linie auf den Erwerb technischer Geräte zurückzuführen.
Die Verschuldung Jugendlicher ist in erster Linie auf den Erwerb technischer Geräte zurückzuführen.

Doch warum haben Jugendliche so häufig Schulden? Natürlich lässt sich argumentieren, dass junge Erwachsene, die erstmals ihr eigenes Geld verdienen und auf eigenen Beinen stehen müssen, den Umgang mit dem Geld erst noch lernen müssen. Mit einer gewissen Erfahrung wissen sie dann, was sie sich von ihrem Gehalt leisten können und wann sie verzichten müssen.

Allerdings verschulden sich auch bereits Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, die in der Regel noch zuhause leben. Da sie noch keine Verträge abschließen können, leihen sie sich bei der Familie oder Freunden Geld, so bald ihres knapp wird. Selbst wenn sie sich das nötige Geld nur im Bekanntenkreis borgen, machen sie damit Schulden.

Jugendliche nutzen diese zusätzliche Einnahmequelle meist, um an den Freizeitaktivitäten ihrer Freunde teilzunehmen, z. B. für den Kinobesuch, das gemeinsame Shopping oder Fastfood. Diese Aktivitäten stiften ein Zusammengehörigkeitsgefühl und wer nicht über das nötige Kleingeld verfügt, fühlt sich schnell außen vor.

Zur Verschuldung Jugendlicher trägt auch der Trend bei, dass diese in der Regel mehr Geld für den Konsum zur Verfügung haben als noch vor einigen Jahren. Sie können sich mehr leisten und müssen daher seltener abwägen, ob sie etwas tatsächlich kaufen möchten. Müssen sie dann selbstständig ihren Lebensunterhalt bestreiten, passen ihren Lebensstil aber nicht entsprechend an und nehmen vorschnell Kredite auf, landen Jugendliche schnell in der Schuldenfalle.

Durch die günstigen Flatrates hat die Bedeutung der Handyschulden zwar abgenommen, dennoch bleiben die Smartphones für die Jugendverschuldung als wichtigste Gründe bestehen. Das Handy ist längst ein Statussymbol, für dessen Erwerb sich mancher Jugendliche bereitwillig verschuldet. Insgesamt ist der Kauf technischer Geräte die Hauptursache für die Verschuldung Jugendlicher und hat längst den Autokauf abgelöst.

Die 5 häufigsten Ursachen für die Jugendverschuldung in Deutschland:

  • Kauf technischer Geräte
  • Autokauf
  • Kosten für den Lebensunterhalt
  • Ausgaben für Schmuck/Kleidung
  • Kosten für Essen und Trinken

Verschuldung von Jugendlichen vorbeugen

Schulden im Jugendalter lassen sich vermeiden, wenn die Jugendlichen ihre Ausgaben den Einnahmen anpassen.
Schulden im Jugendalter lassen sich vermeiden, wenn die Jugendlichen ihre Ausgaben den Einnahmen anpassen.

Die Verschuldung Jugendlicher ist vornehmlich auf ihr mangelndes Geschick beim Wirtschaften zurückzuführen. Schulden im Jugendalter entstehen meist, weil die jungen Leute mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Verschärfend kommt hinzu, dass sie im Gegensatz zu älteren Menschen noch über keine finanziellen Rücklagen verfügen, aus denen die zusätzlichen Ausgaben gezahlt werden könnten.

Jugendliche können eine Verschuldung vermeiden, wenn sie sich vorab einen Überblick über ihre Finanzen verschaffen. Wie viel Geld haben sie zur Verfügung? Was bleibt nach Abzug der Lebenshaltungskosten übrig? Reicht dies z. B. um sich ein neues Tablet zu kaufen oder sparen sie lieber auf eine andere Anschaffung? Um am Ende des Monats nicht mit leeren Händen dazustehen, kann die Führung eines Haushaltsbuches mit einer übersichtlichen Auflistung der Ausgaben hilfreich sein.

Außerdem ist die Verschuldung bei Jugendlichen auch ein Problem, weil sie oftmals vorschnell Verträge abschließen ohne sich darüber zu informieren, ob diese eventuell mit Zusatzkosten verbunden sind. Ein Blick in das Kleingedruckte kann diesbezüglich schnell Klarheit verschaffen. Des Weiteren sollten alte Verträge, die nicht mehr benötigt werden, fristgerecht gekündigt werden, um unnötige Kosten zu vermeiden.

In die Schuldenfalle geraten Jugendliche häufig dadurch, dass sie – um andere Finanzlöcher zu stopfen oder sich etwas Neues zu kaufen – Kredite aufnehmen. Die Bank erhebt allerdings Zinsen, die die Schuldenlast zusätzlich vergrößern. Werden die Raten nicht bezahlt, fallen zudem Mahngebühren an, was die Verschuldung verschlimmert. Ein Jugendlicher gerät dadurch schnell in einen Teufelskreis, aus dem er sich allein nicht mehr befreien kann.

Verschuldung: Ein Jugendlicher sollte rasch handeln

Die Schuldenfalle bei Jugendlichen ist auch deshalb eine Gefahr, weil diese meist erst spät das wahre Ausmaß ihrer Finanzmisere erkennen, sich einreden, sie könnten die Geldprobleme auf eigene Faust lösen oder sich schlicht schämen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wenn du Schulden hast und diese nicht aus eigener Kraft begleichen kannst, ist das keine Schande. Wichtig ist jetzt, dass du dir schnellstmöglich Hilfe suchst, damit der Schuldenberg nicht weiter anwächst. Für eine professionelle Beratung kannst du dich jederzeit an die Schuldnerberatung wenden, die auch spezielle Beratungen für Jugendliche mit Verschuldung anbieten.
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